YouTube dreht den Geldhahn zu: das Ende personalisierter Werbung bei Kinderinhalten

Zukünftig dürfte es für die Anbieter von Kinderinhalten auf YouTube deutlich schwerer werden, ihre Inhalte zu monetarisieren. YouTube hat angekündigt, ab Januar für Kinderinhalte keine personalisierte Werbung mehr auszuspielen.

Hintergrund

Hintergrund ist eine Vergleichsvereinbarung, die Google und YouTube mit der US-amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC kürzlich geschlossen haben. Die FTC hatte Google und YouTube wegen Verstößen gegen das Gesetz zum Schutz der Privatspähre von Kindern im Internet (Children’s Online Privacy Protection Act, COPPA) auf Unterlassung und Schadensersatz verklagt. Nach Ansicht der FTC hatten Google und YouTube gegen den COPPA verstoßen, indem sie u.a. das Nutzungsverhalten von Kindern unter 13 Jahren ohne Einwilligung der Eltern verfolgt hatten, um auf YouTube personalisierte Werbung auszuspielen. Der Anfang September geschlossene Vergleich sieht neben einer Zahlung in Höhe von 170 Millionen US-Dollar u.a. vor, dass YouTube zukünftig von den Kanalbetreibern verlangen wird, anzugeben, ob sich die Kanalinhalte an Kinder richten. Zusätzlich haben sich Google und YouTube verpflichtet, ohne eine Einwilligung der Eltern keine Informationen über das Nutzungsverhalten von Kindern mehr zu sammeln und bereits vorhandene Informationen nicht zu nutzen.

Auswirkungen

Obgleich sich der Vergleich nur auf die USA bezieht, hat YouTube angekündigt, die Änderungen auch in Deutschland vorzunehmen. Am bedeutsamsten dürfte es dabei sein, dass YouTube ab Januar bei Kinderinhalten keine personalisierte Werbung mehr ausspielen wird. Kontextbezogene Werbung bleibt hingegen weiterhin zulässig. Da nach unseren Informationen die Monetarisierung von Inhalten bislang aber zu 90% über personalisierte Werbung erfolgt, dürfte Letzteres für die Kanalbetreiber nur ein schwacher Trost sein. Es wird nämlich abzuwarten sein, ob die Werbetreibenden tatsächlich zukünftig kontextbezogen im Umfeld von Kinderinhalten werben werden. Zum einen setzt dies eine bessere Kenntnis des Werbeumfeldes, sprich der relevanten Kanäle voraus und zum anderen dürfte hier mit höheren TKPs zu rechnen sein. Für die Kanalbetreiber wiederum stellt sich die Frage, ob sie ihren Content auf YouTube belassen oder gegebenenfalls andere Auswertungsformen finden und abwandern. Ab Januar wird es hier jedenfalls zu erheblichen Änderungen für alle Beteiligten kommen.

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